In den neuesten Bildern, Wandmalereien und Installationen der Künstlerin Eva-Maria Kollischan steht das Verhältnis von Konstruktion und Dekonstruktion im Vordergrund. Während ihre früheren Arbeiten zumeist mit einer filigranen, beinahe zarten Formensprache überzeugen, die offen für Assoziationen ist, treten nun zunehmend rohe, provisorisch wirkende Aspekte auf. In der oft pastos anmutenden Farbigkeit ihrer Malerei werden verstärkt architektonische Fragmente oder auch architektonische Interpretationen sichtbar. Nur noch in Grundzügen erkennbar lösen sich die Raumkonstrukte von ihrer ursprünglichen und ureigenen Funktionalität – ohne aber ihre Herkunft zu leugnen. Die Künstlerin changiert zwischen Vorstellung und Wirklichkeit, bewegt sich dabei in einer Art Schwebezustand. Spiel und Illusion haben weiterhin einen festen Platz in ihrer Arbeit. Insbesondere aber in ihren raumgreifenden Installationen nehmen Klarheit und Struktur in ihrer Präsenz zu. Sie thematisieren Vergänglichkeit sowie die Möglichkeit des Scheiterns. Empfindung, Erinnerung und die subjektive Wahrnehmung von Wirklichkeit werden nun durch die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer strukturierten Welt ergänzt. Gleichzeitig wird aber auch die Strukturierung selbst in ihrer Uneindeutigkeit und eventuellen Unmöglichkeit zum Thema gemacht. |