| Marco Evaristti Gesellschaftlich brisante Fragen nach politischer Machtausübung, Menschenrechten, territorialer Gewalt oder auch nach den diffizilen Mechanismen medialer Berichterstattung sind zentrale Themen in den Arbeiten Marco Evaristtis. Erinnern wir uns an die Installation „Helena“ (2000/2006) wird deutlich, wie Evaristti den Betrachter in die Rolle des Akteurs bringt und ihn mit zeitnahen Themen aktiv konfrontiert: Lebende Goldfische schwimmen in Mixern, sodass der Besucher per Knopfdruck über Leben und Tod der Tiere entscheiden kann. Während das Töten von Tieren zur Ernährung meist unreflektiert akzeptiert wird, ruft diese Art der Konfrontation massive Empörung hervor. In seiner neuen Ausstellung „Patterns of Hatred“ - zum Frankfurter Saisonstart 2010 - führt uns der dänisch-chilenische Künstler auf humorvolle bis sarkastische Weise die Abgründe der menschlichen Natur vor Augen: In Bronze gegossene Leichensäcke in Pink, Silber und Gold, Boxsäcke die mit Haaren von Christen, Juden und Palästinensern befüllt sind, ebenso wie apokalyptische Malereien implodierender Welten thematisieren zerstörerische Dynamiken, die sich aus sozial konstruierten Mustern des Hasses ergeben. Marco Evaristti wagt sich provozierend an Tabus heran. In der Rolle des Agressors treibt er ein kalkuliertes Spiel mit den Medien deren Kommunikationsstrategien er bewusst für sich zu nutzen weiß. Auf seiner Suche nach immer neuen ästhetischen Ausdrucksformen reizt er die Grenzen des Abbildbaren aus. Durch den Rückgriff auf eine kulturell definierte Bildsprache, wirken Evaristtis Arbeiten unmittelbar in ihrer Metaphorik. Gleichzeitig führt er diese mit abstrahierten bisweilen auch plakativ überspitzten Darstellungsformen und Farbgebungen ad absurdum. Das Werk des Künstlers trifft gezielt den empfindlichen Nerv gesellschaftlicher Moralvorstellungen und konfrontiert uns mit unseren eigenen „inneren Dämonen“.
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