Astrid Korntheuer - Nature Morte 13
Astrid Korntheuer, Nature Morte 13, 2009, inkjet print, coated, 110 cm x 137,5 cm and 50 x 62,5 cm

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In den Fotografien aus der Serie „Nature Mortes“ von Astrid Korntheuer wird der Raum durch das Setting der mannigfaltigen Formen und Farben bestimmt und fast gänzlich aufgelöst. Durch ihre Modellhaftigkeit wirken sie wie Bühnenbilder, die aus scheinbar zufälligen Arrangements von bunten Bändern, Papieren, Styroporplatten oder glitzernden Plastikfolien entstehen. Horizonte und Orientierungspunkte sucht man hier vergebens. Vielmehr lassen die Arbeiten an abstrakte Malerei, kosmisches Chaos und auf sentimentale Weise gar an eine universelle, logische Zusammengehörigkeit der Dinge denken. Das Bezugssystem wird übersättigt von der vordergründig beliebigen Komposition aus Asymmetrien und Überlagerungen, deren Dreidimensionalität sich im Tiefenrausch verwirkt. Irgendwie möchte man diesen Raumkonstruktionen ihre Komplexität nicht abnehmen und scheitert kläglich beim Versuch, zum vermeintlichen Kern zu gelangen. Korntheuers Stillleben thematisieren in malerischer Farbtrunkenheit die (Ober)fläche als Abbild. Als wäre die Verpackung das eigentliche Geschenk, stellt jede einzelne Fotografie ein dreidimensionales Gefüge dar, das sich in sich verschließt, in der eigeneren Verschachtelung zur Fläche wird und so auch dem abbildenden Medium inhärente Merkmale aufgreift.

Colored ribbons, Styrofoam plates or shiny plastic films – in the photographs of Astrid Korntheuer the room is determined by the setting of varied shapes and colors and almost completely resolved. The reference system is saturated by a superficially chaotic blend of asymmetries and overlays, whose three-dimensionality is forfeited in the rapture of the deep.